Das innere Radar-System

Es ist nicht immer leicht, gleich zu wissen was man will. Wohin man gehen will und was eigentlich wirklich wichtig ist im Leben.
Hauptsache, das, was da ist, funktioniert. Damit kann man auch zufrieden sein. Ist man aber nicht. Und da alles so schön eingerichtet ist, super aussieht und man ja doch zufrieden sein sollte, weil es Menschen da draußen gibt, denen es schlechter geht, solidarisiert man sich und bleibt in seiner Komfortzone.

Sie haben ein Recht drauf, es ist Ihre Entscheidung. Und viele Menschen verstehen Veränderungen als gewaltige und manchmal schmerzhafte Eingriffe in ihr Leben. Weil sie die Veränderungen durch das Außen erlebt haben, weil es einen nicht kontrollierbaren Aspekt gab, der sie zur Veränderung und zur Bewegung zwang.
Manchmal ist es ein Partner, der auf einmal die Trennung will. Manchmal ist es die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses. Manchmal geht auf einmal ein Kunde in Insolvenz und man bleibt auf den Kosten und den Verbindlichkeiten sitzen. Oder der gewählte Lieferant verschwindet auf einmal von der Bildfläche. Und auch der Tod eines geliebten Menschen führt zu Veränderungen, die man nicht wollte. Es ist wie „den Boden unter den Füßen weggezogen bekommen!“ Oder die Welt ist zusammengebrochen!

Doch warum fällt es Menschen oft so schwer, Veränderungen selbst herbeizuführen.
Die Signale für die bevorstehende Veränderung waren da. Sie sind immer da, man hat sie einfach nicht hören, sehen, oder fühlen wollen. Die Umwelt, die Freunde, viele haben diese Anzeichen schon gesehen, nur man selber wollte es nicht wahrhaben. Vielleicht genau aus der Angst, das etwas Schlimmes passieren wird. Und es wird eine Verhaltensweise an den Tag gelegt, die nur dafür da ist, die Angst vor dem Schlimmen, was kommen könnte, zu mildern oder auszuweichen. Solche Art von Veränderung stehen wir oft hilflos gegenüber, und selbst wenn wir vorher schon Anzeichen einer „Verstimmung“ gefühlt haben, und diese sogar Ansprechen, selbst dann, wenn der Angesprochene trotzdem behauptet, alles ist in Ordnung, obwohl vieles im Argen ist, selbst dann, vertraut man der Stimme des Anderen mehr, als seiner Eigenen.

 „Der Bauch hat immer Recht!“

 „Ich habe ein ungutes Gefühl im Magen, wenn ich an die Sache denke!“

 Haben Sie das schon mal gedacht, oder sogar ausgesprochen? Und wurde es von: „Ach Du und Dein Magen!“, abgetan? „Nimm lieber eine Tablette, dann beruhigt er sich wieder!“
Doch Sie wissen, es handelt sich hier nicht um eine organische Magenverstimmung, sondern Sie erhalten einen inneren Hinweis, auch wenn es offensichtlich nicht zu begründen ist. Sie wissen nicht warum Ihr Bauch auf einmal so fühlt.
Es ist ihr inneres Alarmsystem. Ihr innerer Helfer.

Mark Twain sagte mal: „Ich bin ein alter Mann und habe viel Schreckliches erlebt, aber zum Glück ist das meiste davon nie eingetroffen.“
Oft ist es nur Kopfkino. Wir phantasieren, wir spinnen uns was zusammen und können Konstrukte von Horrorszenarien gedanklich aufbauen, die Hollywood als Blockbuster weltweit verkaufen könnte.

Doch wie soll man die Intuition oder innere Stimme vom lauten Gedankenkarussell unterscheiden?

Ich habe bei mir folgendes festgestellt: Die innere Stimme ist wegweisend, aber nicht bestimmend. Sie ist sanft und kommt für den Moment, leitet mich und geht dann wieder.
Die inneren Antreiber sind kontrollierend, unermüdlich und haben immer einen Plan in der Tasche. Sie quatschen mir ständig ins Ohr, was ich tun oder lassen soll.

Und warum hören wir oft nicht auf unsere innere Stimme?

Der eine Grund liegt in der Wahrnehmung. Die innere Stimme ist sehr leise und kitzelt vielleicht nur an die innere Seite der Bauchdecke. Oder Sie erhalten eine Idee und Eingebung. Aber es scheint so subtil und flüchtig, dass man es einfach nicht genug Bedeutung schenkt.

Ein anderer Grund liegt im Vertrauen zu sich und ins Leben.

Es mag vielen wie ein freier Fall ohne Fallschirm vorkommen, sich von der inneren Stimme leiten zu lassen. Ein Fall ins Tal der Ungewissheit. Aber ich habe festgestellt, dass diese Ungewissheit von der Überlegung kommt, warum jetzt diese Information zur Verfügung steht. Es scheint im Außen einfach keinen Grund zu geben, danach zu handeln.

Hier ein Beispiel: Über Ostern war ich mit meiner Familie in Berlin. Meine Mutter ist gestürzt und musste ins Krankenhaus, daher versorgte ich ihren Hund. Wir machten viele Fotos und meine innere Stimme sagte mir: „Mache ein Foto von dem Hund!“. Ich tat es nicht, weil ich dachte: Später, habe ich noch genug Zeit dafür. So jedenfalls dachte ich.

2 Tage später, nachdem wir abgereist waren, verstarb der Hund plötzlich.

Die Zeit war abgelaufen.

Mit strahlenden Grüßen
Elena Sommer

2 Comments

  • Michael Peuß

    Reply Reply 22. Mai 2013

    Das mit dem Hund tut mir leid und auch, dass es dann zu spät für das Foto war.
    Ja, bei all den Gewohnheiten und routinemäßigen Gedankenschleifen, die man so hat, kann es für den „wahren Verstand“ schon recht schwer werden, wahrgenommen zu werden. Wenn´s dann noch stressig wird, funktioniert man um so mehr auf Autopilot.
    Viele Grüße und alles Gute
    Micha

    • Elena Sommer

      Reply Reply 27. Mai 2013

      Danke, Michael, Du hast es erfasst!
      Mit strahlenden Gruessen
      Elena Sommer

Leave A Response

* Denotes Required Field